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Arno Fuchs Schule

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Abschlussstufenkonzept / Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitung

Der Bildungsgang der Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ schließt den berufsqualifizierenden Lehrgang nach § 29 Abs. 4 des Schulgesetzes ein. Die Schülerinnen und Schüler werden in schuleigenen Werkstätten (Backen, Computer, Garten, Hausservice, Holz, Keramik, Kreativwerkstatt, Nähen, Papier) an die Arbeitswelt herangeführt.
Betriebspraktika und Besuche in den Folgeeinrichtungen werden organisiert und begleitet.

Das Werkstattunterricht-Konzept der Abschlussstufen

Seit 1995 arbeiten die Abschlussstufenklassen der Arno-Fuchs-Schule (Schülerinnen und Schüler im 10., 11. und 12. Schulbesuchsjahr) klassenübergreifend im Werkstattunterricht zusammen. Durch diese besondere Form des Unterrichts sollen vor allem Unterrichtsziele verfolgt werden, die im Übergang von der Schule zu nachfolgenden Einrichtungen (beschützte Arbeitsplätze, Arbeitsplätze in den Werkstätten für Behinderte oder deren Fördergruppen oder Tagesstätten) relevant sind:

- altersangemessene Herausforderungen
- Gelegenheit zum Einsatz der wachsenden Kräfte
- Eröffnung selbständiger Handlungsmöglichkeiten
- Entwicklung von Leistungswillen, Ausdauer und gezielter Konzentration
- Entwicklung von Eigeninitiative
- Ernstcharakter der Anforderungen
- Geeignete Vorbereitung auf das Arbeitsleben

Jede Schülerin und jeder Schüler dieser Stufe gehört einer der Abschlussstufenklassen an, in der gemeinsam gegessen und gelernt wird, auch Ausflüge finden im Klassenverband statt.
Der Unterricht in den Werkstätten (10 Stunden á 60 min pro Woche) wird in momentan 9 verschiedenen schuleigenen Werkstätten klassenübergreifend angeboten. Die Schüler wählen selbst aus, in welcher Werkstatt sie jeweils für ein Schulhalbjahr arbeiten wollen. Ziel ist es, dass jede Schülerin und jeder Schüler möglichst viele verschiedene (max. 6) Arbeitsbereiche durchläuft und dadurch unterschiedliche Erfahrungen sammeln kann. In jeder Werkstatt arbeitet eine Lehrkraft mit einer Schülergruppe von 4 Schülerinnen oder Schülern zusammen. Es werden neben verschiedenen Arbeitstechniken und Fertigkeiten vor allem grundlegende Kompetenzen für das spätere Arbeitsleben erlernt, wie:

- Produktorientiertes Arbeiten
- Verstehen und Umsetzen von Arbeitsaufträgen
- Akzeptieren verschiedener Gruppenleiterinnen oder Gruppenleiter und immer neu zusammengestellter Bezugsgruppen
- Durchhaltevermögen auch bei größerer herzustellender Stückzahl
- Tolerieren von Korrekturen
- Erfahren eigener Möglichkeiten und Grenzen
- Einbringen eigener Ideen in den Arbeitsablauf oder die Produktpalette
- Akzeptieren der Notwendigkeit der eigenen Zuarbeit zu einem gemeinsamen Produkt und Verstehen der Bedeutung der eigenen Arbeit für das Produkt, Übernehmen von Verantwortung für die Qualität des Produktes

Die Werkstätten stehen unter der Trägerschaft unseres Fördervereins. Um die Kosten für die benötigten Materialien aufbringen zu können, werden die Produkte der meisten Werkstätten zweimal jährlich auf dem Advents- und dem Osterbasar angeboten. Diese Basare sind inzwischen für viele „Geschenksucher“ ein wichtiger Termin und für die beteiligten Werkstätten feste Bezugspunkte, von denen hohe Motivation ausgeht.

Seit 2008 gibt es einmal jährlich im Frühjahr den "Tag der offenen Werkstatttür". Dabei haben die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklassen (7.-9. Schulbesuchsjahr) Gelegenheit, den Werkstattunterricht kennen zu lernen. Nachdem die Klassen in kleinen Gruppen einen Rundgang durch alle Werkstätten absolviert haben, dürfen sich diejenigen, die im kommenden Schuljahr in die Abschlussstufe wechseln, für eine "Schnupperstunde" in einer Werkstatt ihrer Wahl entscheiden.

 

Orientierung auf den ersten Arbeitsmarkt - Zusammenarbeit mit Integrationsfachdiensten

Seit 2010 kooperiert die Arno-Fuchs-Schule mit einem Integrationsfachdienst für den Übergang von der Schule in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Die Angliederung erfolgte zunächst an den Integrationsfachdienst Berlin Mitte (IFD-ÜSA). Das Beratungsangebot richtete sich an die Schülerinnen und Schüler mit  dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, für die eine Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aussichtsreich erschien und begann in der Regel zwei bis drei Jahre vor Beendigung der Schulzeit und mit Beginn der berufsorientierenden Phase, also im 10. Schulbesuchsjahr.

Aus vier Klassen der Abschlussstufe wurden insgesamt 7 Schülerinnen und Schüler in das Programm aufgenommen. Im Rahmen der Zusammenarbeit ist es gelungen, für zwei Schüler unserer Schule ein berufliche Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren (einmal durch die Weiterleitung in eine berufsvorbereitende Maßnahme mit dem Ziel, die theoriereduzierte Ausbildung zum Beikoch zu absolvieren, zum anderen durch die Vermittlung in ein unterstütztes Beschäftigungsverhältnis). Bei drei weiteren Schülern im 11. und 12. Schulbesuchsjahr steht das Ende der Maßnahme noch aus.

Im Jahr 2012 lief die Maßnahme IFD- ÜSA aus (die 3 noch zu betreuenden Schülerinnen und Schüler wurden noch bis Schuljahresende 2012/2013 unterstützt) und wurde abgelöst durch die Initiative Inklusion. Für alle Schüler des 9. Schulbesuchsjahres, deren Eltern dies wünschten, wurden Kompetenzanalysen durch Lehrer, Eltern und die Schüler selbst durchgeführt. Im Anschluss wurden Berufswegekonferenzen anberaumt und Zielvereinbarungen festgelegt. Zwei der 9 beteiligten Schüler konnten ein Praktikum in einem Integrationsbetrieb erfolgreich absolvieren, bei den anderen Schülern erscheint eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt zum jetzigen Zeitpunkt unrealistisch. Eine Betreuung über das 10. Schulbesuchsjahr hinaus ist nicht vorgesehen.